FORMATION DER HAMMER DES THOR

1990, MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien

Als Tacitus* die germanische Götterwelt beschrieb, erwähnte er auch eine Herkules-ähnliche Gestalt, Thor genannt. Bis ins Mittelalter galt der Hammer des Thor als Symbol der Fruchtbarkeit. Noch heute kommt Versteigerungsgut "unter den Hammer". Der Thorshammer wurde schon auf Felszeichnungen der Jungsteinzeit dargestellt, und seine Form findet sich verblüffenderweise im Querschnitt von Eisenbahnschienen wieder.

Parallel zu dem Umbauarbeiten im Österreichisches Museum für Angewandte Kunst (MAK) enstand die Formation Der Hammer des Thor. Dabei wurde die Eingangshalle zu einer begehbaren Skulptur. Die Museumsbesucher konnten den Enstehungsprozeß miterleben. Nach Abschluß der Arbeit war die Eingangssituation des Museums verändert, die Schwelle und die Treppe neu erfahrbar gemacht.

Formation Der Hammer des Thor Bild 1
Formation Der Hammer des Thor Bild 2
Formation Der Hammer des Thor Bild 3

* Publius Cornelius Tacitus (50 bis 116 n. Chr.), römischer Geschichtsschreiber und Konsul. Als die Römer sich mit den Germanen befaßten, gingen sie von ihrer eigenen religiösen Vorstellungswelt aus - so wurde Thor mit Herkules gleichgesetzt, da gewisse Übereinstimmungen gesehen werden konnten.